Havaneser von den Haarbach Hoefen


Die Entwicklung des Welpen

 

Die Entwicklung des Säuglings bis hin zum erwachsenen Tier ist von bedeutenden Tiervorschern genau untersucht worden. Dies ist deshalb so wichtig, da der Hund in diesen einzelnen Lebensabschnitten, die manchmal nur Wochen dauern, für sein ferneres Leben lernt und in dieser Zeit bestimmt wird, vor allem wie er mit den Menschen zurecht kommt. Ein erwachsener Hund ist die Summe von ererbten Anlagen und (wichtiger noch) von Umwelteinflüssen, die während der Jugendentwicklung (die ersten sechs Monate) auf ihn einwirken. Diese Entwicklungszeit kann man in 6 Phasen unterteilen.

 

1. Phase: Leben - Trinken - Schreien 1. und 2. Woche:

Die erste Lebensäußerung des gerade geborenen Welpen ist ein dünner Schrei, der ihm die Atemwege frei macht. Die Augen sind geschlossen, die Ohren verschlossen, der Geruchssinn noch nicht vorhanden: Der Welpe lebt nach innen. Er kann im Kreis kriechen und die Zitzen seiner Mutter finden, die sein Leben behütet. Geht es ihm gut, schläft er, fehlt ihm aber etwas, so schreit er. Er lebt von der Muttermilch und verdreifacht sein Geburtsgewicht.

 

2. Phase: Für den Wlepen erschließt sich die Umwelt 3. Woche:

Diese kurze Zeit in der viel passiert, wird auch Übergangsphase genannt. Augen  und Gehörgänge öffnen sich, am 18. Tag kann der Welpe sehen und beginnt alles mit der Nase zu untersuchen. Am 21. Tag ca. verläßt er freiwillig das Geburtslager und kehrt zur Mutter zurück, wenn er trinken will. Er versucht zu Knurren und zu Bellen, er untersucht z.b. eine menschliche Hand. So zeigt er auch die ersten Misstrauensäußerungen und wirft sich als Abwehr gegen fremdes schreiend auf den Rücken: die natürliche Unterwerfungsgeste, die andere Hunde auch später noch am Zubeißen hindert. Der Welpe sammelt erste Erfahrungen: innerhalb des Lagers bei Mutter und den Geschwistern herrscht Sicherheit, außerhalb kann unangenehmes passieren.

 

3. Phase: Die Lernfähigkeit ist so groß wie nie mehr 4. bis 7. Woche:

Alle Kenntnisse und Eindrücke, die in dieser Prägungsphase gewonnen werden, vergißt der Hund nie mehr. Deshalb ist es so wichtig, Hunde nur aus einer Zucht zu kaufen, in der sich auch Menschen während dieser Zeit täglich mit den Welpen beschäftigen. Ihre Neugier ist ungemein groß: Sie untersuchen ihre Umgebung, alles wird beobachtet, alles wird nach Möglichkeit berochen. Die Bewegungen werden gekonnter, alle Gangarten ausprobiert, wobei kleinere Hunderassen sich geschickter anstellen als große. Der Welpe lernt mit dem Schwanz zu wedeln (entfällt bei einem Bobtail) und seine Zähne zu zeigen. Er säugt noch, kann aber kleinere Brocken fester Nahrung zu sich nehmen. Jetzt  werden seine Ernährungsgewohnheiten festgelegt und das ist der beste Zeitpunkt ihn an Fertignahrung zu gewöhnen.                                                                                    Wichtig: Hunde die in dieser Zeit vernachlässigt werden, mit denen man sich nicht beschäftigt, die nicht mit der Mutter und den Geschwistern zusammen sind, bleiben ein Leben lang scheu und ängstlich.

 

4. Phase: Lernen mit seinem Menschen zu leben 8. bis 12. Woche:

Diese sogenannte Sozialisierungsphase ist die beste Zeit, den Welpen von Mutter und Geschwistern zu trennen und in sein neues "Menschenrudel" einzugewöhnen. Jetzt wird die Partnerschaft zwischen Mensch und Hund geprägt, mit Erziehung, mit Lob und Tadel kann spielerisch begonnen werden. Der junge Hund beherrscht die Hundesprache von Fellsträuben bis Ohrenstellen, er spielt wild und ausgelassen und rauft mit seinen Geschwistern um das Futter. Man beginnt konsequent mit der Erziehung. Auf Spaziergängen mit der neuen Familie sollte er viele fremde Hunde treffen, das macht ihn umgänglich.

 

5.Phase: Wer wird der Chef im Rudel? 13 bis 16 Woche:

In der Rangordnungsphase wird bestimmt, wer im Rudel, sprich in der Gemeinschaft von Hund und Mensch, das Sagen hat. Der Welpe verlangt nach Autorität und Unterordnung, Gehorsamsübungen machen ihm viel Spaß. Sein Charakter ist formbar. Erlebnisse sind für ihn sehr wichtig. Auf dem Erziehungsfundament, das jetzt gelegt wird, baut sich alles spätere auf.

 

6. Phase: Die kritische Zeit des Umgebungsbewußtseins. 17. bis 24. Woche:

Der Hund erfaßt seine Umgebung und reagiert auf Veränderungen nervös und ängstlich. In diesem Alter holt man sich keinen Hund ins Haus, man fährt nicht in den Urlaub, man gibt ihn nicht an einen Pflegeplatz und renoviert auch nicht die Wohnung. Die Bindung des Hundes an den Menschen wird jetzt abgeschlossen. Menschlich gesehen ist er noch im Grundschulalter, er bekommt zwei Mahlzeiten täglich. Wenn er etwar ab dem 6. Lebensmonat in die Pubertät kommt, kann er dazu neigen, sich ab und zu "selbstständig" zu machen (streunen). Dann zeigt sich, ob wir bisher alles richtig gemacht haben. Ein Beweis dafür wäre, wenn der Junghund unsere Existens als Mittelpunkt seiner eigenen Existens anerkennt und mit Freude akzeptiert.

 

Quelle unbekannt

 

 

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